Dachreet – allgemeine Infos

reet

Reet, auch genannt Riet, Ried oder Rohr, gehört zu den ältesten Baustoffen der Welt und wurde seit der Sesshaftwerdung der Menschen zur Bedachung verwendet. Funde erster Reetdächer an Pfahlbauten vom Bodensee stammen bereits aus 4000 v. Chr. Das Material besteht aus getrocknetem Schilfrohr, das in sumpfigen Geländen und an Ufern wächst.
Heutzutage kommt es mit der Bezeichnung „Reetdach“ vor allem an der deutschen Nordseeküste vor, unter dem Namen „Rohrdach“ findet es in Mecklenburg-Vorpommern Verwendung.
Reetdächer findet man in vielen Regionen Asiens, Afrikas und Europas. Hierzulande bringt man die Reetbedachung aber vor allem mit der Nord- und Ostseeküste in Verbindung. In Nord- und Ostfriesland sind traditionelle Bauern- und Wohnhäuser oder sogar ganze Ortsteile mit Reet eingedeckt, sodass es in diesen Regionen spezielle Reetdachdecker gibt.

Materialbeschaffenheit:

Reet hat je nach Landesherkunft und Klimazone unterschiedliche Materialeigenschaften, wobei sich ein warmes kontinentales Klima (beispielsweise Türkei, Rumänien, Ungarn) positiv auf die Reethalm-Härte auswirkt. Neben der Herkunft werden die unterschiedlichen Reet-Sorten nach Dicke und Länge der Halme klassifiziert, um sie den Erfordernissen des jeweiligen Baus anzupassen. Das Reet sollte keine Beimengungen, wie beispielsweise Gras oder Krummrohr, enthalten und gelb bis braun sein. Das Innere eines Reetbundes muss trocken sein und die Bunde dürfen keinen Schimmel enthalten.

Bedeutende Sorten:

  • Rumänisches Reet: gekennzeichnet durch verhältnismäßig dünnen Halm und ausgesprochene Härte.
  • Türkisches Reet: hart mit gesunder gelber Farbe.
  • Ungarisches Reet: mittelhart bis harten Halm.
  • Polnisches Reet: weicher Halm.
  • Ukraine und China sind ebenfalls wichtige Lieferanten für Reet.