Reetdeckung und Schimmelpilz

Reetdeckung

Reet ist ein natürliches Material, welches zum Eindecken von Dächern verwendet werden kann. Hergestellt wird es aus getrocknetem Schilfrohr. Mittels verschiedener Verfahren wird das Reet auf der Dachkonstruktion befestigt. Das Dach selbst kann als Kaltdach oder als Warmdach konstruiert werden. Ein Kaltdach ist mit einer Belüftung versehen, welche jene Feuchtigkeit abführt, welche aus dem Gebäude durch die Decke eindringt. Bei einem Warmdach fehlt diese Art der Belüftung.

Hier wird das Dach durch eine Dampfsperre vor der aus den Räumen nach oben steigenden Feuchtigkeit geschützt. Beim Bau des Reetdaches sollte, genauso wie bei allen anderen Arten von Dächern, sorgfältig und korrekt gearbeitet werden, denn das ist unter anderem zur Vermeidung von Feuchtigkeit und Schimmel von Wichtigkeit. Dieses beginnt schon beim Reet selbst: es sollte von guter Qualität sein und nur in wirklich trockenem Zustand verarbeitet werden. Auch sollte darauf geachtet werden, dass die Dachneigung über 45° beträgt. Dieses hat den Vorteil, dass Wassertropfen über die Halme hinweggleiten können und nur die oberste Schicht des Reetdaches feucht wird.

Immer wieder wird in verschiedenen Medien behauptet, dass durch den Import von Reet unbekannte Pilzarten eingeschleppt werden, welche die Haltbarkeit von Reetdächern stark vermindern und wodurch es sogar zur Verrottung der Reetschicht kommt. Untersuchungen, die das Auftreten dieser Pilze nachweisen, existieren aber zur Zeit noch nicht. Es ist möglich, dass der schlechte Zustand so mancher Reetdächer darin seine Ursache hat, dass nicht alle Grundregeln beim Dachbau eingehalten wurden. Dadurch hat sich Feuchtigkeit in der Reetschicht bilden können.